Der richtige Stoff und Schnitt zu jedem Anlass
Zur Ausstattung eines traditionellen bayerischen Dirndls gehört die Dirndl-Schürze. Sie verleiht der Tracht erst den Charakter und macht das Dirndl zu dem typischen Kleidungsstück, das über Generationen fester Bestandteil des Alltagslebens im südlichen Raum Deutschlands war. Die Dirndl-Schürze gibt es in vielen Varianten und oft entschied früher der Anlass über die Auswahl des geeigneten Materials und des passenden Schnitts.
Die gewöhnliche Alltagsschürze ist einfach breit und kann dort, wo sie an das Schürzenband ansetzt, mit parallel gereihten Zugfalten versehen sein. Als Material wird bei Alltagsdirndln häufig einfarbiger oder bedruckter Baumwollstoff oder Leinen verwendet. Dirndl-Schürzen, die zu festlichen Anlässen oder am Abend getragen werden, bestehen meist aus Seide, Seidenbrokat oder Taftseide. Bei doppelt breiten Schürzen werden zwei Stoffbahnen verarbeitet. Das hat den Vorteil, dass die Dirndlschürze dadurch üppiger fällt. Viele festliche Dirndl-Schürzen werden mit angenähten Spitzen aufgewertet. Die Spitze ist meist gleichfarbig wie die Schürze.
Auch den Schürzenbändern sollte eine gewisse Aufmerksamkeit geschenkt werden. Mit einer Breite von etwa zehn Zentimetern und einem Saum auf beiden Seiten können sie zu einer auffälligen Masche gebunden werden. Der Dirndl-Schleife, die auf der Schürze getragen wird, kommt eine besondere Bedeutung zu. Das Tragen auf der linken Seite verrät, dass die Trägerin noch ledig ist. Auf Trachtenhochzeiten gibt es noch heute den Brauch, dass der frisch vermählte Ehemann seiner Frau die Schürzenschleife von links nach rechts umbindet. Festliche Dirndl-Kleider zeichnen sich durch einen breiten Bund mit langen Schürzenbändern aus.
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